BFH, Urteil I R 9/23 vom 17.12.2025
Leitsatz
- § 4 Abs. 2 Satz 3 des Umwandlungssteuergesetzes 2006 (UmwStG 2006) ermöglicht seinem unmissverständlichen Wortlaut nach die Anrechnung des Zeitraums der Zugehörigkeit des eingebrachten Wirtschaftsguts (nur), wenn die Dauer der Zugehörigkeit des Wirtschaftsguts zum Betriebsvermögen für die Besteuerung bedeutsam ist. Letzteres betrifft aber nicht die Situation des gewerbesteuerrechtlichen Schachtelprivilegs nach § 9 Nr. 2a Satz 1 des Gewerbesteuergesetzes, weil dafür alleine der Beginn des Erhebungszeitraums, also ein Zeitpunkt und eben nicht ein Zeitraum, rechtsfolgenauslösend ist (Bestätigung der Senatsurteile vom 11.07.2023 – I R 21/20, BFHE 281, 424, BStBl II 2024 S. 413; vom 11.07.2023 – I R 36/20, BFHE 281, 439, BStBl II 2024 S. 419; vom 11.07.2023 – I R 40/20, BFHE 281, 453, BStBl II 2024 S. 434, und vom 11.07.2023 – I R 45/20, BFHE 281, 463, BStBl II 2024 S. 438).
- Ist § 4 Abs. 2 Satz 3 UmwStG 2006 als spezifische Ausnahmevorschrift seinem Wortlaut nach von vornherein nicht einschlägig, ist eine erweiternde Auslegung in dem Sinn, dass der erforderliche Beteiligungszeitraum als „tatbestandliches Weniger“ durch einen Beteiligungsstichtag ersetzt wird, abzulehnen (Bestätigung der Grundsätze des Senatsurteils vom 16.04.2014 – I R 44/13, BFHE 245, 248, BStBl II 2015 S. 303).
Quelle: Bundesfinanzhof
BFH, Urteil I R 9/23 vom 17.12.2025
